Mit Millionenbeträgen fördert die Bundesregierung ein Netzwerk aus „Promoter:innen“ und NGOs, das Bürger im Sinne der Agenda 2030 sensibilisieren und zu nachhaltigem Denken und globaler Verantwortung erziehen soll. Kinder sind besonders im Visier.
Ein bundesweites Netzwerk arbeitet daran, Schulen, Vereine und andere zivilgesellschaftliche Organisationen für Agenda 2030 zu sensibilisieren. Sie beraten Kommunen, organisieren Veranstaltungen und haben das „Ziel“, „ganz im Sinne der Agenda 2030 einen Perspektiv-Wechsel“ anzustoßen. Finanziert wird dieses Netzwerk zum größten Teil vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit jährlichen Millionenbeträgen. Allein die Dachorganisation „Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl e.V.)“ erhielt 2024 knapp 5 Millionen Euro vom BMZ.
Was ist das „Eine-Welt-Promotor:innen-Programm“?
Das bundesweite Programm gibt es bereits seit über zehn Jahren und es ist in allen 16 Bundesländern aktiv“. Das Netzwerk ist auf drei Ebenen aufgebaut und wirkt tief in Bereiche wie Bildung, Energie, Migration etc. hinein. Bundesweit wird es von der Dachorganisation agl e. V. getragen, die jährlich Fördergelder in Millionenhöhe von der Bundesregierung bekommt. Auf der Landesebene sind sogenannte „Eine Welt-Landesnetzwerke“ aktiv, die aus entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (NRO) bestehen. In den Kommunen sind lokale Trägervereine tätig. Sie alle haben die Aufgabe, die 17 Ziele (Sustainable Development Goals) der Agenda 2030 für unsere schöne neue Zukunft in die Welt zu tragen.
Neben den lokalen Akteuren sind noch etwa 140 „Eine-Welt-Promotor*innen“ (das Gendern hier und weiter im Original übernommen, der Anschaulichkeit halber) bundesweit aktiv. Ihre Aufgabe ist es, sich für eine „sozial gerechte und global nachhaltige Entwicklung“ zu engagieren.
Finanzierung
Da der Netzwerk-Aufbau mehr an eine Sekte erinnert, als an ein klar strukturiertes Vorhaben, ist auch das tatsächliche Ausmaß der Förderung schwer zu ermitteln. Klar ist, dass Bund und Länder dem Programm auf allen Ebenen jährlich mit Beträgen in Millionenhöhe bescheren. Laut dem Eintrag des Lobbyregisters bekam allein die Dachorganisation agl e. V. in 2024 4,9 Millionen Euro. Landesnetzwerke werden ebenfalls mit sechsstelligen Summen gefördert – durch Stiftungen oder direkt. Das Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. erhielt 2025 über eine Million Euro vom BMZ, der Bayerischen Staatsregierung und der Kirche.
Was ist das Ziel des Programms?
Das Programm hat das Ziel, Menschen dazu zu bringen, ihre Lebensweise und ihr Verhalten an globaler Verantwortung auszurichten, damit sie ihr Handeln stärker an der Agenda 2030 orientieren.
„Die angestrebten Änderungen unserer Lebens- und Konsumgewohnheiten greifen tief in den Alltag der Menschen ein und laufen manchem Konsumbedürfnis entgegen. Erfolgreich können die notwendigen Veränderungsprozesse deshalb nur sein, wenn sie von den Menschen selbst gewollt und gestaltet werden. Dazu braucht es eine starke, aktive und kompetente Zivilgesellschaft.
Die Eine Welt-Arbeit will mehr Menschen dafür gewinnen, ihr Handeln an der globalen Verantwortung zu orientieren und selbst für politische Veränderungen im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung aktiv zu werden. Das Eine Welt-Promotor*innen-Programm unterstützt diese Eine Welt-Arbeit strukturell“
Zur Erinnerung:
Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) – von der Bekämpfung von Armut bis hin zu nachhaltigem Konsum – gilt seit 2015 als globales Leitprogramm für eine „sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung“. Die Ziele, die Welt in einen besseren Ort ohne Armut, Hunger und Kriege zu verwandeln, in dem alle Menschen glücklich und angepasst an den Klimawandel leben, haben zwar einen moralisch hohen Anspruch. Doch können sie ohne tiefe Eingriffe in demokratische Freiheiten niemals erreicht werden. Zumal das Wort „Freiheit“ in der Agenda 2030 insgesamt nur dreimal vorkommt.
Was machen die „Eine Welt-Promoter:innen“?
Unter dem Motto „Gemeinsam, gerecht, nachhaltig: Globale Solidarität für weltgesellschaftlichen Zusammenhalt“ arbeiten die „Eine Welt-Promoter:innen“ zu bestimmten Fokusthemen. Zu jedem Fokusthema gibt es einen „Fokushub“, in dem sie sich vernetzen, austauschen sowie Aktionen und Veranstaltungen im In- und Ausland organisieren.
Ganz im Sinne der linksgrünen Interpretation der „globalen Gerechtigkeit“ zählen zu den Fokusthemen etwa „Weltgesellschaftlicher Zusammenhalt, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Globale Solidarität“, „Flucht und Migration, Migrantisch-diasporische Perspektiven“ oder „Just Transition [gerechter Wandel], Klimagerechtigkeit und globale Ressourcen“.
Praxisbeispiele:
Auf der Seite des Programms sind unzählige Aktivitäten angeführt – von der umfassenden Netzwerkarbeit, bei der die „Promoter:innen“ voneinander lernen und die eher Selbstzweck zu sein scheint, bis hin zu Forderungen nach neuen Straßennamen in Berlin („Koloniale Spuren im Straßenbild“) oder Kinderkongresse zum Thema Klimaschutz („Junger Kongress – Globally Responsible“).
Ein Beispiel ist besonders bitter, da es zeigt, wie tief die Agenda-2030-Propaganda in den Schulalltag der Kinder hineinreicht.
„Düsseldorfer Kinder-Agenda 2030“
„Die Düsseldorfer Kinder-Agenda 2030 ist kein Kinderkram. Über 500 Düsseldorfer Kinder zeigen, wie unsere Stadt gerechter, grüner und lebenswerter werden kann. Mit klugen Ideen, klaren Forderungen und einer Menge Zukunftsgeist.“
Das Projekt ist eher mit politischen Kampagnen als mit klassischer Bildungsarbeit vergleichbar. Hinter Parolen, die mehr an „Pionier! Lerne, für die Sache der Arbeiterklasse zu kämpfen“ oder „Alles um des Menschen willen, alles zum Wohl des Menschen“ erinnern, steckt tatsächlich eine ziemlich oberflächliche Propaganda-Arbeit. Konkrete Aktivitäten im Sinne einer tatsächlichen Verbesserung der Welt gibt es nicht. Weder pflanzen die Kinder Bäume noch helfen sie alten und kranken Menschen im Haushalt noch machen sie die Straßen sauber – wie es einst sowjetische Pioniere vormachten.
Die Agenda-2030-Kinder sind mit nichts anderem beschäftigt als Plakate zu basteln, Statements zu schreiben und „gemeinsam zu reflektieren, wie sie und andere in Düsseldorf leben“. Sie ziehen durch die Stadt, dokumentieren „Missstände“ und entwickeln Forderungen an Erwachsene gegen Müllberge in der Stadt oder zu hohe Preise für Döner, Eis und Mieten.

Quelle: https://eineweltforum.de/duesseldorfer-kinder-agenda-2030/
Fazit
Im Grunde geht es bei diesem Programm um nichts anderes als ein klassisches Ideologie- und Transformationsmanagement unter dem Deckmantel von Bildung und Zivilgesellschaft, das darauf abzielt, die „große Transformation“ in die Breite der Gesellschaft zu tragen – finanziert mit Steuergeldern. Und während sich Bund, Länder und Kommunen im Hintergrund darum kümmern, finden sich in der Presse auffallend wenige Berichte über das Programm und den aktuellen Fortschritt der Agenda 2030 in Deutschland. Die Halbzeitbilanz der Agenda 2030 fiel „ernüchternd“ aus, was für uns als Gesellschaft noch mehr „Bemühungen“ zum Wandel in eine schöne neue Welt bedeutet: „Es gilt jetzt gemeinsam und entschlossen zu handeln und sich erneut zur Agenda 2030 zu bekennen, um eine Trendwende einzuleiten. Wir dürfen niemanden zurücklassen.“ Amen.
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Bild: Screenshot Youtube






