„Unterstützte Migration“ jetzt auch im Wald: Bäume aus dem Süden sollen das Klima retten – nur bitte ohne die Begriffe „Migration“ und „deutscher Wald“. Wenn selbst Pflanzen politisch korrekt werden müssen, wird es… interessant.
Mit dem Klimawandel und den Hitzeschutz-Maßnahmen müssen in Deutschland jetzt nicht nur Menschen klarkommen. Nun geht es auch um die Pflanzenwelt. „Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik des Bundeslandwirtschaftsministeriums hat ein Gutachten vorgelegt, in dem empfohlen wird, Bäumen aus anderen Ländern dabei zu helfen, in den Wäldern Deutschlands Fuß zu fassen“, so Focus Online.
Der Ansatz besteht darin, Bäume aus südlichen Regionen unseres Planeten in die deutschen Wälder zu holen, weil sie besser mit extremen Wetterlagen zurechtkommen als herkömmliche Bäume.
Da dieses Konzept in der Forstwirtschaft und im Naturschutz als „Unterstützte Migration“ bezeichnet wird, läuten bei manchen die Diskriminierungs-Alarmglocken. Denn der Begriff „Migration“ sei laut Focus Online problematisch, da er politisch und sogar nationalistisch oder rassistisch aufgeladen sei. Weiter heißt es: „An dieser Stelle muss unter anderem betont werden, dass es selbstverständlich keine „deutschen Bäume“ und auch keinen „deutschen Wald“ gibt, obwohl dieser vor allem in der Geschichte immer wieder beschworen wurde.“
Natürlich! Wenn man eingeführte Bäume als „Migranten-Bäume“ und den Wald in Deutschland als „deutschen Wald“ bezeichnet, würden sich die „Migranten-Bäume“ beleidigt fühlen. Das Konzept sieht nämlich für diese Bäume die sogenannte „Unterstützte Migration“ vor. Vielleicht sollen diese Bäume mit Charter-Flügen nach Deutschland geholt werden, ein Aufnahmeverfahren durchlaufen und von dafür ausgebildeten Förstern begrüßt werden. Vielleicht werden diese Bäume Integrationskurse absolvieren, damit sie langfristig zur Biodiversität Deutschlands beitragen.
Währenddessen muss sich der gesamte deutsche Wald, den man jetzt so nicht nennen darf, gegenüber den „Neuankömmlingen“ politisch korrekt verhalten, nicht nach deren Herkunft fragen und vollstes Verständnis zeigen, wenn sie sich nicht nach den „hierzuwalde“ geltenden Naturgesetzen verhalten. Schließlich hat jeder „Migranten-Baum“ seine eigene Geschichte, die zu respektieren ist.
Wenn der Begriff „Migration“ selbst für Bäume problematisch ist, weil er politisch und sogar „nationalistisch oder rassistisch aufgeladen“ sei, dann stellt sich zwangsläufig die Frage, ob man künftig überhaupt noch zwischen heimisch und fremd unterscheiden darf. Oder ist es schon eine botanische Form von Diskriminierung und der deutsche Wald ist ein diversitätssensibler Begegnungsraum mit Wurzelhintergrund?
Überträgt man diese Logik auf andere Bereiche unseres Lebens, muss man den Begriff konsequenterweise überall vermeiden. Importierte Waren wären dann „standortunabhängige Produkte mit internationalem Hintergrund“.
Was ist mit der Sprache? Fremdwörter dürfen nicht mehr als solche bezeichnet werden, weil sie sich diskriminiert fühlen könnten. Man könnte sie dann als „sprachlich anders sozialisierte Wörter mit internationalem Hintergrund“ bezeichnen.
Das Wetter wäre davon ebenfalls betroffen. Denn Begriffe wie „Saharaluft“ oder „Kaltfront aus Skandinavien“ könnten geografische Stereotypen verfestigen. Wie wäre es mit „temperaturintensiven Luftmassen mit südlichem oder nördlichem Bewegungshintergrund“?
Man kann nur von Glück reden, dass Bäume sich über den Irrsinn hierzulande nicht wundern können, weil sie – und ja, auch „Migranten-Bäume“ – kein Gehirn haben. Dass diese Eigenschaft im öffentlichen Diskurs kein zwingender Nachteil zu sein scheint, bleibt eine naheliegende Beobachtung.
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Bild: KI/Grok






