QUERBLICK

UN-Klatsche und die Außenpolitik der Selbstinszenierung

Deutschland ist moralisch bankrott

Juni 5, 2026 | Politik

Von Vera Lengsfeld
Jahrelang trat die Bundesregierung auf internationalen Bühnen als moralische Instanz auf. Die Abstimmung bei den Vereinten Nationen zeigt nun, dass sich Zustimmung offenbar nicht beliebig zukaufen lässt.

 

Die UN hat gewählt und Deutschland eine kräftige Klatsche verpasst, indem sie seine Bewerbung um einen nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat krachend scheitern ließ. Die Pointe des Vorgangs war, dass Annalena Baerbock das Abstimmungsergebnis verkünden und den anschließenden Jubel über sich ergehen lassen musste.

Ob ihr klar war, dass es auch eine Reaktion auf ihre Selbstinstallation als Präsidentin der UN-Generalversammlung war? Zweifel sind angebracht, denn Baerbock gehört zu den „starken Frauen“ wie Bärbel Bas, die unfähig zu sein scheinen, ihre eigene Wirkung zu reflektieren.

Drei Jahre lang hat Baerbock anscheinend ihr Amt als Laufsteg für Modevorführungen benutzt und die Welt permanent moralisch belehrt. Nun ist klar, dass ihre Selbstinszenierung nicht gut angekommen ist. Die Welt hat deutsche Moralvorlesungen satt.

Das hat auch Außenminister Wadephul zu spüren bekommen, der sich in die Tradition von Baerbock gestellt hat, statt für Deutschland eine Außenpolitik zu machen, die diesen Namen wieder verdient. Das Votum ist aber auch eine Ansage an Außenkanzler Merz, der seinerzeit die Selbstermächtigung Baerbocks abgenickt hat.

Deutschland wird gerade noch als Zahlmeister akzeptiert, kann aber daraus keine Zustimmung erkaufen, auch wenn es zweitstärkster Zahlmeister des Gremiums ist, das Germoney nun nicht haben will.

Leider muss befürchtet werden, dass unsere Herrschenden, denn Regierende kann man sie kaum nennen, aus der Mega-Pleite lernen. Sie werden weiter unser Steuergeld mit vollen Händen rausschmeißen und die Welt mit ihrem Moralisieren nerven, bis – ja, bis – die Realität dem ein Ende setzt. Hoffentlich lässt das nicht mehr allzu lange auf sich warten.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.vera-lengsfeld.de


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