Die Unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte meldet einen Rekordwert von 13.067 Fällen. Für rund ein Hundertstel Prozent der Bevölkerung unterhält der Bund eine Behörde mit sechs Referaten, 14 Millionen Euro Jahresbudget und Förderprojekten wie „Diskriminierungsrisiken von Algorithmen“.
Ferda Ataman, die Unabhängige Bundesbauftragte für Antidiskriminierung und die Frau, die Deutsche „Kartoffeln“ nennt und für Aussagen wie “Migration und Vielfalt gehören zu Deutschland wie die Bratwurst” bekannt ist, hat kürzlich den Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgestellt.
„Im Jahr 2025 haben sich mehr von Diskriminierung betroffene Menschen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt als je zuvor. Die Zahl der Beratungsanfragen stieg auf 13.067 Fälle, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, steht in der Pressemitteilung der Antidiskriminierungstelle.
Wer denkt, dass die Aufmerksamkeit der Antidiskriminierungsstelle auf Fälle wie Ramadan-Zwang an deutschen Schulen, Geschlechtertrennung in Hörsälen deutscher Universitäten, Angriffe auf Lokomotivführer und Zugbegleiter der Deutschen Bahn, Antisemitismus in Hotels oder Gewalt gegen Christen, richtet, irrt sich. Vielmehr geht es um Meldungen von Menschen, die sich an ihrem Arbeitsplatz beleidigt fühlen oder meinen, sie hätten eine Bewerbungsabsage wegen ihres Hijab-Tragens oder Transgeschlechts bekommen.
Ein gesondertes Thema, das immer mehr Raum in der Bundesbehörde einnimmt, ist Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz. Die Sorge lautet beispielsweise, dass eine KI jemandem keinen Kredit gibt, weil er im falschen Stadtteil wohnt. Oder dass KI-Systeme im Gesundheitsbereich nicht ausreichend „divers trainiert“ sind. Noch dramatischer wird es bei Polizei und Verwaltung. Wenn Algorithmen dabei helfen sollen, Sozialleistungen zu prüfen oder Kriminalitätsschwerpunkte zu erkennen, besteht die Gefahr, dass Menschen ungerecht behandelt werden, wenn KI-Algorithmen nicht sensibel genug sind.
Doch auch wenn man die Diskriminierung durch KI dazuzählen würde, wäre die Zahl der bundesweiten Fälle einer Diskriminierung im Sinne der „Antidiskriminierungsstelle des Bundes“ noch immer sehr weit entfernt von 1 (!) Prozent gemessen an Deutschlands Bewohneranzahl. Denn 13.067 erfasste Fälle entsprechen bei 83,5 Millionen Einwohnern gerade einmal 0,016 Prozent der Bevölkerung.
Für diese Zahl lohnt es sich natürlich eine Bundesbehörde mit sechs Referaten zu halten, für die ein jährliches Budget von 14 Millionen Euro vorgesehen ist – zuzüglich Millionen Euro Fördergelder für unterschiedliche Projekte wie „respekt*land – Antidiskriminierungsberatung für ganz Deutschland“ oder „Diskriminierungsrisiken von Algorithmen“.
Doch irgendetwas muss bei einem solchen Apparat schließlich herauskommen. Wenn 0,016 Prozent nicht ausreichen, werden eben neue Themenfelder erschlossen. Vielleicht wird demnächst untersucht, ob Wetter-Apps Menschen benachteiligen, die Regen nicht mögen, oder Ampeln diverser werden müssen, weil Rot, Gelb und Grün Menschen mit anderen Farbpräferenzen systematisch ausschließen. „Demokratie bedeutet eben nicht Diktatur der Mehrheit.“, wie die neue Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Ann-Katrin Kaufhold, kürzlich erklärte.






