QUERBLICK

Der ewige Vorwurf der Instrumentalisierung

Falsche Opfer und falsche Fragen

Juli 26, 2026 | Kriminalität

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Nach dem Berliner CSD-Attentat folgen die üblichen Solidaritätsbekundungen und Warnungen vor „Instrumentalisierung“. Wer Konsequenzen fordert, gerät schnell selbst unter Verdacht. Ein bekanntes Muster wiederholt sich.

 


Gestern Abend ist ein Terrorist in eine Menschenmenge beim Berliner CSD gefahren. Eine Frau wurde getötet, 25 weitere Menschen sind verletzt, einige kämpfen um ihr Leben. Der Tatverdächtige heißt Abdul Ballout, ist der Polizei bekannt und gilt als Islamismus-Sympathisant.

Wir hatten in der letzten Zeit so viele schreckliche Ereignisse, Morde, Geiselnahmen, Vergewaltigungen, Angriffe und immer mehr Opfer und hinterbliebene Mütter, Väter, Omas, Schwestern, Brüder und Freunde. Hinter jedem neuen Attentat stehen Menschen, deren Leben von einem Augenblick auf den anderen zerstört wurde und die mit den Folgen weiterleben müssen. Sie haben ein Recht darauf, Fragen zu stellen, Ursachen zu benennen und Konsequenzen zu verlangen – ohne dafür politisch etikettiert zu werden. Und dieses Recht haben auch die besorgten Bürger.

Und es ist einfach respektlos und schrecklich, dass viele, die eine öffentliche Stimme haben, nach ihren typischen Solidaritätsbekundungen im Stil „Ein Angriff unsere freie und vielfältige Gesellschaft“ als Erstes mit den üblichen Aussagen ankommen: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Rechte diese schreckliche Tat für sich instrumentalisieren.“

Die Beauftragte der Bundesregierung für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Koch, schrieb:

„Wenn die Feinde unserer Freiheit Hass und Gewalt säen, werden sie keine Angst ernten, sondern mehr Zusammenhalt, mehr Vielfalt und mehr Sichtbarkeit. Das ist unsere Antwort. Und dafür werden wir entschlossen kämpfen.“

ntv-Reporterin Doro Steiz:

„Die queere Community fühlt sich natürlich vor allen Dingen von rechten Kräften bedroht.“

Ikkimel schreibt auf Instagram:

„Liebe ist NIEMALS der Fehler, ANGST UND HASS niemals eine Antwort“

Ein Kommentar auf bluesky:

 „Der Anschlag auf den Berliner CSD am gestrigen Abend ist eine entsetzliche Terrortat. Dieser feige Anschlag zielte auf queere Menschen und ihre Freund*innen, die für gleiche Rechte und gegen Hasskriminalität demonstriert haben.“ Wer Menschen angreife, „greift queeres Leben, Sichtbarkeit und das Recht an, frei, offen und ohne Angst zu leben.“

 

Als die 17-jährige Ann-Marie Kyrath bei einer Messerattacke am 18. Januar 2023 ermordet wurde, gab es ähnliche Reaktionen: Wir dürfen nicht zulassen, dass Rechtsradikale die Tat für sich vereinnahmen. Der Vater von Ann-Marie, Michael Kyrath, geht seit dem Mord an seiner Tochter an die Öffentlichkeit und setzt sich dafür ein, dass gegen solche Attentate endlich etwas unternommen wird. Denn es gibt immer mehr davon und es muss endlich etwas passieren außer Messerverbotszonen, Respektkampagnen oder Alkoholverbot. Und ebenso muss es aufhören, Reaktionen und Fragen nach Migration, Islamismus, Sicherheitsproblemen oder politischen Konsequenzen zu delegitimieren und als Hass und Hetze einzuordnen.

Diejenigen, die gegen diese Reaktionen vorgehen wollen, machen genau das, was sie anderen vorwerfen: Instrumentalisieren. Für ihre Mobilisierungskampagnen, für ihren Kampf gegen rechts. Wir hören nur noch „Hass“, „Hetze“, „Spaltung“, „rechte Vereinnahmung“, „Haltung zeigen“ etc., bis die ursprüngliche Tat in den Hintergrund rückt bzw. zum Material für den Kampf gegen rechts wird.

Es kann nicht sein, dass Opfer und hinterbliebene Familie, Freunde und Bekannte nur betrauert werden, solange sie sich in die gewünschte politische Erzählung einfügen. Es kann nicht sein, dass Mütter und Väter Angst um ihre Kinder haben müssen und gleichzeitig Angst haben sollen, dass sie als Rechtsextreme diffamiert werden.

Und es kann nicht sein, dass es die richtigen oder falschen bei den Opfer und Hinterbliebenen oder den richtigen oder falschen besorgten Bürger gibt. Reaktionen und Emotionen dürfen nicht davon abhängen, ob sie politisch erwünscht sind.


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Bild: Screenshot Youtube

 

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