Das schlimmste Klimaszenario, das die Klima-Narrative in Europa und besonders in Deutschland jahrelang geprägt hat, wurde offiziell gestrichen. Doch ist deshalb wirklich eine Kehrtwende der Klimapolitik zu erwarten?
Fast unter dem Radar der großen Medien erschien eine Nachricht, die so brisant ist, dass es kaum überrascht, dass sie ebenfalls unter dem Radar bleiben sollte.
Das World Climate Research Programme – Weltklimaforschungsprogramm (WCRP) – hat das schlimmste aller Klimaszenarien aus seinem Szenarien Rahmen-Programm ausgenommen. Nach diesem Szenario sollte sich unser Planet um bis zu 4,4 °C erwärmen, die arktische Meereisbedeckung abschmelzen und ganze Regionen für Menschen unbewohnbar werden.
Das Weltklimaforschungsprogramm (WCRP) ist eine Organisation, die 1980 vom Internationalen Wissenschaftsrat gegründet wurde und seitdem – unterstützt von der UNESCO und der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) – an Klimavorhersagen und der Erforschung menschlicher Einflüsse auf das Klima arbeitet.
Die Szenarien, die dieses Gremium entwickelt, fließen in die Sachberichte des Weltklimarats der Vereinten Nationen ein, der wiederum „Grundlagen für wissenschaftsbasierte politische Entscheidungen“ liefert, „indem er unterschiedliche Handlungsoptionen und deren Implikationen aufzeigt“.
Das eigentlich Schlimme an dem schlimmsten Katastrophenszenario ist nicht, dass nach diesem „die Erde heißer sein wird, als sie es seit Millionen Jahren war“, wie National Geographic schreibt. Sondern, dass dieses Szenario – obwohl es jahrelang politische und mediale Klima-Narrative fleißig bediente und ein Leckerbissen für die Lobby der erneuerbaren Energien war – von Wissenschaftlern selbst schon Jahre vor dem Ausbruch der Massenpanik als unrealistisch eingestuft wurde.
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„Dennoch ist RCP 8.5 im jüngsten UN-Klimareport das am meisten präsentierte Klimaszenario. Wetterdienste, Regierungen und Stadtplaner gründen ihre Empfehlungen auf dem Extrem“, schreibt Axel Bojanowski im Welt-Beitrag „Warum Klimaforscher ihr dramatischstes Szenario plötzlich abschaffen“.
„Allen voran eine Lobby, angeführt von den Milliardären Tom Steyer und Michael Bloomberg in den USA, die der Demokratischen Partei nahestehen, nutzte das Szenario: Sie finanzierte Klimastudien, um die Unterstützung für erneuerbare Energien zu erhöhen. Steyer und Bloomberg beauftragten die Rhodium Group, einen Dienstleister für Wirtschaftsanalysen, mit einem Klimareport.“
Doch auch in Deutschland diente das dystopische Szenario als bequeme Argumentationsvorlage so mancher Klimaschutzmaßnahmen, Politiker-Statements und Klimahysteriker.
Wir alle erinnern uns an die Sekundenkleber-Aktionen der Letzten Generation auf der Berliner A100, Auftritte von Luisa Neubauer, die vom „Ende der Welt in Plural“ sprach oder an regionale Hitzeschutz-Maßnahmen wie digitale Erfrischungskarten in Berlin oder „Grünes Zimmer“ in Dortmund.
Auch Kinder sind seit langem Opfer der Klimahysterie, die auf unrealistischen Klimaszenarien basiert. Das passende Katastrophengefühl wird schon lange in Schulbüchern oder in digitalen Augmented Reality Apps (von WDR entwickelt) vermittelt. So können Kinder steigende Schäden durch Wetterextreme, brennende Wälder, Überschwemmungen und „bedrohte Meere“ direkt im Klassenzimmer erleben.
„Das RCP8.5-Szenario wird die Klimaforschung weiterhin prägen. Jahre dürften vergehen, bis Wissenschaftler Klimafolgen auf die neuen Szenarien umgerechnet haben. Der nächste UN-Klimareport aber soll bereits in zwei Jahren erscheinen – gut möglich also, dass RCP8.5 darin wie eine Art Zombie-Szenario weiterlebt.“, so Bojanowski.
Somit bleibt klar: Auch Deutschland wird das Szenario öffentlich wohl weiterhin so behandeln, als würde morgen halb Europa unter Wasser stehen. Politiker, Medien und Aktivisten werden vermutlich auch künftig fleißig im maximalen Katastrophenmodus arbeiten. Wenn die Übertreibung jahrelang problemlos funktioniert hat, lässt sich mit ihr gesellschaftlich offenbar ziemlich gut arbeiten.
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Bild: pexels.com







